Die Schlacht bei Fehrbellin

Die Schweden in der Mark Brandenburg

1675 kämpfte Kurfürst Friedrich Wilhelm im Dienste der Niederländer mit seinen Truppen gegen Frankreich am Oberrhein. Da rief Frankreich die mit ihm verbündeten Schweden herbei. Unter Führung des Generals Waldemar Wrangel drangen 11.000 Mann starke schwedische Truppen von Norden her tief in die Mark Brandenburg ein.

In Eilmärschen vom Rhein zum Rhin
Kurfürst Friedrich Wilhelm setzte in Eilmärschen sein gesamtes Heer in Richtung Osten in Bewegung. Am 11. Juni 1675 erreichten die Truppen Magdeburg. Das erste Gefecht mit den Schweden fand in Rathenow statt. Die Schweden hatten hier starke Befestigungen bezogen. Doch Überraschend konnte Feldmarschall Derfflinger mit seinen brandenburgischen Dragonern die Havelbrücke vor Rathenow nehmen und im anschließenden Straßenkampf die Schweden besiegen.

Die Truppen der Schweden waren so im Kern gesprengt, und ihr Ziel war nun der Rhin, hinter dem sie eine neue Verteidigungslinie aufbauen wollten. Die Brandenburger nahmen die Verfolgung auf.

Der Schlachtverlauf 

Am Morgen des 18. Juni war General Prinz Friedrich von Hessen-Hornburg mit 1500 Reitern der Hauptmacht der Schweden sehr nahe. Um 7 Uhr begann der Angriff. Im Dechtower Kiefernwäldchen fand ein erstes Gefecht zwischen brandenburgischer und schwedischer Reiterei statt. Nach dieser Auseinandersetzung bat der Prinz den ihm folgenden Kurfürsten um  Verstärkung. Dieser meinte ob der günstigen Situation, nun müsse der Feind Haare lassen! und eilte mit dem Gros des Heeres zur Schlacht. Der Prinz von Hessen-Hornburg stieß mit der übrigen Reiterei in die linke Flanke des Feindes.

 

Zwischen den Dörfern Hakenberg und Linum standen sich insgesamt zur Schlacht gegenüber: auf schwedischer Seite 7000 Mann Fußvolk, 4000 Reiter, 38 Kanonen; auf brandenburgischer Seite 5600 Reiter und 13 Kanonen. Das brandenburgische Fußfolk war nicht in der Lage gewesen, mit der Reiterei Schritt zu halten, und konnte daher nicht an der Schlacht teilnehmen.


Von größter Bedeutung für den Schlachtverlauf war, dass Derfflinger eine Batterie von vier kurfürstlichen Geschütze unbemerkt auf einen Hügel nahe dem Dorf Hakenberg bringen konnte. An dieser Stelle befindet sich heute das große Siegesdenkmal zur Erinnerung an die Schlacht bei Fehrbellin. Um diese Erhebung und die darauf stationierten Waffen entbrannte dann auch die Schlacht. Obwohl die Schweden ihre besten Regimenter zum Sturm auf den Hügel vorgehen ließen und obwohl die brandenburgischen Schwadronen, die diese Kanonen zu beschützen hatten, schwere Verluste hinnehmen mussten, waren die Geschütze nicht zu bezwingen. Der Kurfürst soll an dieser Stelle selber gefochten haben. Als er von feindlichen Reitern umringt war, konnten ihn seine Dragoner wieder befreien. Stundenlang wogte der Kampf, bis die Kräfte der Schweden nachließen. Der aufsteigende Nebel zeigte ein völlig zersprengtes, fliehendes schwedisches Heer.

 

So war in einem Feldzug von nur wenigen Tagen das bewährte, selbstbewusste Heer des schwedischen Reiches von der Macht eines einzelnen deutschen Fürsten besiegt worden. Die Verluste der Schweden sollen 4000 Tote und Verwundete betragen haben. 400 Gefangene wurden von den Brandenburgern gemacht. Sie hatten ihrerseits etwa 500 Tote zu beklagen.

 

 

 

Quelle: Private Bücher