Die Schlacht von Arsuf 1191

Am 7. September 1191 stellte sich Saladins Heer nördlich von Jaffa bei Arsuf auf zuvor sorgfältig ausgewähltem Gelände dem Kreuzfahrerheer zur Schlacht. Der Weg der Kreuzfahrer nach Jaffa war bei Arsuf nach Westen vom Mittelmeer und nach Osten von einem Waldstück begrenzt, in dem sich Saladins Streitmacht nun versteckt hielt, um den vorbeimarschierenden Kreuzfahrern möglichst in den Rücken zu fallen. Richard rechnete mit einem Angriff Saladins und hatte seine Armee sorgfältig aufgestellt: Die Tempelritter bildeten die Vorhut. Hinter ihnen folgte Richards Kontingent aus Bretonen, Angevinen, Poitevinen, Normannen und Engländern. Allem Anschein nach befehligte König Guido von Lusignan die Poitevinen sowie das Kontingent der Kreuzfahrerstaaten. Dahinter folgten Flamen unter Jakob von Avesnes und das französische Kontingent unter Hugo von Burgund, der Johanniterorden bildete die Nachhut. Alle Abteilungen verfügten sowohl über Infanterie als auch über Kavallerie; erstere marschierte auf der dem Land, letztere auf der dem Mittelmeer zugewandten Seite. Die Kreuzfahrer marschierten Richtung Süden, der Angriff Saladins erfolgte aus nordöstlicher Richtung. Die genaue Zusammensetzung des Heeres Saladins ist nicht überliefert, der Chronist Ambroise erwähnt aber in seiner Estoire de la guerre sainte, dass die Infanterie aus Sudanesen und Beduinen bestand, die leichte Kavallerie aus Syrern und Turkmenen und die schwere Kavallerie unter anderem aus Mamelucken. Saladin versuchte, die schwer gepanzerten Ritter mit seinen berittenen Bogenschützen zu einem riskanten Gegenangriff zu locken, damit sie, ungeordnet und von der Infanterie getrennt, leichter ausgeschaltet werden könnten. Richard ließ seine Lanzenträger in vorderster Reihe einen Wall aus Lanzen bilden und dazwischen seine Armbrustschützen den Beschuss erwidern. Er hielt seine Reiterei dahinter zurück und verbot dieser anzugreifen, bevor er das Zeichen dazu gegeben habe. Richard beabsichtigte, erst das gesamte sarazenische Heer im Nahkampf binden zu lassen, und anschließend seiner schweren Kavallerie eine Attacke zu befehlen, die vernichtend sein sollte. Die Bogenschützen der Sarazenen konnten den gut gepanzerten europäischen Soldaten kaum Schaden zufügen, richteten aber erheblichen Schaden unter den Pferden der Johanniter an. Noch bevor Richard das Zeichen dazu gab, brachen diese schließlich durch die Reihen der eigenen Infanterie los und starteten einen Gegenangriff auf die rechte Seite von Saladins Heer. Richard hatte nun keine Wahl mehr und befahl einen Großangriff. Auf gesamter Front brach nun seine Reiterei in geschlossener Linie hervor. Die sarazenische Reiterei konnte den schwer gepanzerten Rittern nicht standhalten. Die Johanniter fügten ihren Feinden schwere Verluste zu, und auch die Franzosen rechts daneben töteten viele. Richards Kontingent aus Bretonen, Angevinen, Poitevinen, Normannen und Engländern sowie die Tempelritter bekamen hingegen nur wenige der schnell zurückweichenden Sarazenen zu fassen. Die Schlacht war für Saladin zu diesem Zeitpunkt noch nicht verloren. Bei der Schlacht von Akkon hatte seine Kavallerie einen erfolgreichen Gegenangriff auf die gegnerischen Ritter durchgeführt, als diese sich bei der Verfolgung ihrer fliehenden Feinde zu weit verstreut hatten. Richard aber war dieses Risiko bewusst. Wenn die Ritter den Kontakt zu den Verfolgten verloren, ließ er sie anhalten und wieder in geschlossener Linie ordnen. Saladins Gegenangriff stieß so auf einen geordneten Gegenschlag. Dieser Vorgang wiederholte sich ein weiteres Mal, bevor sich Saladins Truppen endgültig in die Wälder von Arsuf zurückzogen. Die Schlacht endete mit einem klaren Sieg für Richard und sein Kreuzfahrerheer, ihrem ersten bedeutenden Sieg seit der Schlacht bei Hattin 1187. Saladins Streitmacht hatte in der Schlacht von Arsuf zahlreiche Verluste erlitten, während jene der Gegenseite vergleichsweise gering waren, die zudem mit Jakob von Avesnes lediglich einen einzigen bedeutenden Adligen verloren hatte.