Der Lazarusorden

Frühchristliche Anfänge des Lazarus-Ordens


Nach alten Überlieferungen soll die Geburtstätte des Lazarusordens ein Lepra-Hospiz
außerhalb der Mauern Jerusalems gewesen sein, welches vom Hohepriester Johannes
Hyrcanus (135-105 v. Chr.) gegründet wurde. Nach Unterlagen aus dem Jahre 1343, die
Johannes, Herzog von Berry (späterer französischer König Johann II), zugerechnet werden,
soll das Gründungsdatum der Bruderschaft im Jahre 72 n. Chr. liegen. Die meisten Historiker
sehen jedoch das Jahr 369 n. Chr. als einigermaßen fundiertes Gründungsdatum des Ordens
an. Danach soll der Heilige Basilius der Große, Erzbischof von Caesarea, durch die Gründung
eines Leprahauses in der Nähe von Caesarea die Grundsteine für den späteren Lazarusorden
gelegt haben. Seit dem 5. Jahrhundert existierten Lepra-Hospitäler in Akkon und Caesarea,
die von armenischen Mönchen nach der Regel des Heiligen Basilius geführt wurden. Das
spätere Haupthaus wurde dann im Jahre 530 bei Jerusalem gegründet. Dieses Hospiz diente
nicht nur der Aufnahme und Pflege von Leprakranken, sondern widmete sich generell der
Wohlfahrt der Pilger im Heiligen Land. Da das Leprosorium sich in der Nähe von Bethanien,
dem Ort, an dem Christus Lazarus von den Toten erweckt haben soll, befand, wurde es
Lazarus-Hospital genannt. Dieses Hospital soll sich angeblich an eben jener Stätte befunden
haben, an der auch das alte, von Johannes Hyrcanus gegründete Haus stand. Zu dieser Zeit
standen die Lazarener-Brüder unter der Protektion des Patriarchen von Jerusalem.


Gründung des "Militärischen und Hospitalischen Ordens des Heiligen Lazarus von
Jerusalem"


Nach der Eroberung Jerusalems durch die christlichen Kreuzfahrer gründete bzw.
reorganisierte ein gewisser "Bruder Gerard" das Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem
und wurde damit Begründer des Johanniterordens, einem zumindest anfangs reinen
Pflegeorden mit weitreichenden caritativen Aufgaben. Bruder Gerard soll nach der Eroberung
Jerusalems ebenfalls entscheidend am Ausbau und der Reorganisation des Lazarus-Hospitals
beteiligt gewesen sein. Aus diesem Grunde geben einige Autoren das Jahr 1098 als
Gründungsjahr des Lazarusordens an. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Ritter des
Johanniterordens, des Templerordens und des Heilig-Grab-Ordens, die an Lepra oder
vergleichbar schweren Krankheiten litten, dem Lazarus-Hospital unterstellt. Da die Krankheit
in den meisten Fällen nur sehr langsam fortschritt und das Hospital sowohl gegen die
Ungläubigen als auch gegen maraudierende Plünderer geschützt werden mußte, wandelte sich
die Gemeinschaft der Ordensritter, die Lazarener, Lazariten oder auch Lazaristen genannt
wurden (von dieser Bezeichnung leitet sich auch der Begriff Lazarett ab), vom reinen
Pflegedienst zum Ritterorden mit militärischen Aufgaben. Deswegen legen andere Quellen
das Gründungsdatum des "Militärischen und Hospitalischen Ordens des Heiligen Lazarus von
Jerusalem" in das frühe 12. Jahrhundert. Sicher scheint, daß die Mönche des Lazarus-Ordens
nach der Eroberung Jerusalems die Augustiner-Regel annahmen und sich unter die Protektion
des römischen Papstes stellten. Aus diesem Grunde herrscht noch immer Uneinigkeit darüber,
ob der Lazarus-Ritterorden als Nachfolger des nach der Regel des Hl. Basilius lebenden
frühchristlichen Lazarus-Ordens - und damit als ältester Ritterorden - gelten kann oder nicht.


Sowohl in der Regel der Johanniter als auch der Tempelritter wurde festgelegt, daß Mitbrüder,
die an Lepra erkrankten, den Orden verlassen und in den Lazarus-Orden eintreten sollten. Der
Großmeister des Lazarus-Ordens mußte zumindest in den ersten beiden Jahrhunderten der
Ordensgeschichte immer selbst ein Lepröser sein, und nach einigen Autoren sollen sich die
meisten Großmeister und sonstigen Ordensgrößen aus den Reihen der Johanniter rekrutiert
haben. In Ausnahmefällen wurden auch nicht an Lepra erkrankte Brüder in den Orden
aufgenommen. Ähnlich wie im Johanniter-Orden gab es bei den Lazarenern Ordensbrüder,
die Ritter waren, und Laien-Brüder, die als Sergeanten bezeichnet und aus der Schar der
Lepra-Patienten rekrutiert wurden.


Der Lazarus-Orden im Heiligen Land


Der Lazarener-Orden wurde von den christlichen Königen des Jerusalemer Königreiches sehr
geschätzt und unterstützt, insbesondere von König Balduin IV, der selbst an Lepra erkrankt
war. Im Jahre 1143 nannte der neue Orden unter dem Patronat Königin Melisendes eine
eigene Kirche und ein eigenes Ordenshaus bei Bethanien sein eigen. In der Zeit um 1155 gab
es bereits neue Ordenshäuser in Tiberias und Askalon, nach einigen Quellen auch in Beirut.
Die Ordensritter hatten einen guten Ruf als Streiter Gottes, so erhielten sie beispielsweise die
Aufgabe, die Festungen Kharbet el Zeitha und Madjel el Djemeriah zu verteidigen. Wo auch
immer die Christen gegen die Ungläubigen kämpften, war auch ein Kontigent der
sogenannten "Lebenden Toten" vom Orden des Heiligen Lazarus dabei. Nach dem Fall von
Jerusalem im Jahre 1187 war Saladin so beeindruckt von der Arbeit des Ordens, daß er das
Lazarus-Hospital unter seinen persönlichen Schutz nahm und den Armen der Stadt erlaubte,
Jerusalem durch das Lazarus-Tor zu verlassen und im Hospital Zuflucht zu suchen. Während
des Waffenstillstandes zwischen Saladin und den Kreuzfahrern errichtete der Orden im Jahre
1191 seinen neuen Hauptsitz in Akkon, wo ein befestigtes Hospital und eine Ordenskirche
erbaut (bzw. übernommen, s. o.) wurden. Außerdem übernahmen die Lazarener den Lazarus-
Turm und die Lazarus-Kirche bei Caesarea. Mit dem Wiederaufflammen des Krieges
zwischen den Christen und den Moslems verdienten sich die Lazarener wiederholt Lorbeeren
für besondere Tapferkeit in der Schlacht. Viele Ordensritter fanden in der Schlacht von Gaza
1244 den Tod. Der klägliche Rest der Ordensritter begleiteten Ludwig IX von Frankreich auf
seinem Ägypten-Feldzug und seinen Syrien-Expeditionen (1250-1254). Im Jahre 1255
erkannte Papst Alexander IV den Orden unter der Augustiner-Regel an. Urban IV sicherte den
Lazarenern 1262 die selben Privilegien wie den anderen Ritterorden zu. Seit 1265 bestand
dann sogar eine kuriale Anordnung Clemens IV, wonach alle Leprakranken der Aufsicht des
Lazarus-Ordens unterstellt wurden. Als im Jahre 1291 Akkon an die Moslems fiel, mußte der
Lazarener-Orden das Heilige Land verlassen. Nach dem Fall von Akkon verlegte der Orden
seinen Sitz erst nach Zypern und später nach Sizilien, wo entsprechende Hospitäler errichtet
wurden. In späteren Zeiten entwickelten die Lazarener ähnliche Aktivitäten wie die Johanniter
und widmeten sich mit ihrer Flotte der Sicherung des Mittelmeeres gegen die türkische Flotte
und maraudierende Piraten.


Der Lazarus-Orden in Europa


Schon bevor der Orden das Heilige Land verlassen mußte, hatten einige Brüder sich in Europa
niedergelassen. Sie gründeten Hospitäler und Ordenshäuser in ganz Europa. Die berühmtesten
waren die Häuser in Boigny und Capua. Das Schloß Boigny bei Orléans wurde dem Orden
von Ludwig VII von Frankreich im Jahre 1154 geschenkt, der von der Arbeit des Ordens im
Heiligen Land beeindruckt war und dieses Werk in seinem eigenen Land fortgesetzt sehen
wollte, da Lepra zu dieser Zeit in Frankreich weit verbreitet war (allein in Frankreich soll es
zu dieser Zeit 800 Leprosorien gegeben haben). Er übergab das Schloß 12 Ordensbrüdern, die
ihm aus dem heiligen Land nach Frankreich gefolgt waren. Das Haus in Capua wurde im
Jahre 1211 gegründet und von Friedrich II unterstützt. In England entstand während der
Herrschaft Heinrichs II ein Ordenssitz in Burton Lazars (1135), gegründet von Roger de
Mowbray; in Schottland wurde der Hauptsitz des Ordens unter Alexander II in Linlithgow um
1230 etabliert. In der Schweiz entstand ein Männerkonvent in Seedorf (1184) und das
Frauenkonvent entstand um 1200, in Deutschland wurde das Hospital der Hl. Magdalena in
Gotha gegründet, und es entstand auch ein Ordenssitz in Ungarn. Bis auf das Haus in Capua
waren die restlichen Ordenshäuser dem Ordenshaus von Boigny untergeordnet. Jedes einzelne
Ordenshaus war autonom und wurde zum größten Teil von den leprakranken Insassen
getragen, die bei Eintritt in den Konvent ihre weltlichen Güter dem Ordenshaus vermachten.
Im 14. Jahrhundert gelang es - vor allem auch durch die Arbeit des Lazarus-Ordens in den
Leprosorien - die Verbreitung der Lepra in Europa zurückzudrängen. Dadurch wurde der
Lazarus-Orden immer mehr zu einer rein militärischen Organisation. Im Jahre 1498 versuchte
Papst Innozenz VIII (und später auch Papst Julius II, 1505), den Orden des Heiligen Lazarus
aufzulösen und dem Johanniter-Orden anzugliedern. Nach fast einem halben Jahrhundert des
passiven Widerstandes gaben die Lazarener schließlich im Jahre 1557 nach und wurden fortan
vom Großmeister der Johanniter geleitet (aber nur in Deutschland wurden einige
Einrichtungen der Lazarener von den Johannitern übernommen). Durch diese Zwistigkeiten
kam zu einer Spaltung des Lazarus-Ordens in zwei eigenständige Priorate: das Priorat von
Capua, dem auch die sizilianischen Ordenshäuser angehörten, und das Priorat von Boigny mit
seinen untergeordneten europäischen Ordenshäusern. In England und Schottland wurde der
Orden im Jahre 1554 aufgelöst, in Frankreich blieb er jedoch erhalten. Der Lazarus-Orden in
Capua wurde im 16. Jahrhundert mit dem St.-Mauritius-Orden zusammengelegt, während er
in Frankreich mit dem Orden-Unserer-Lieben-Frau-vom-Berg Carmel fusionierte.


Tracht


Die Lazarener trugen anfangs wie die Augustiner-Eremiten ein schwarzes Habit und einen
schwarzen oder dunklen Mantel ohne weitere Insignien. Seit Anfang des 12. Jahrhunderts,
(wahrscheinlich seit der Zeit, als Raymond du Puy, der zweite Großmeister der Johanniter,
Großmeister der Lazaristen geworden war) sollen die Lazarener in Palestina und später auch
in Europa dann ein einfaches oder ein getatztes grünes Stoffkreuz auf der Brust des schwarzen
Habits bzw. auf der linken Schulter ihres Mantels getragen haben, um sich von den
Angehörigen der anderen geistlichen Ritterorden zu unterscheiden. Die grüne Farbe des
Kreuzes wird unterschiedlich interpretiert: während einige Autoren dies als Herausforderung
an die moslemischen Feinde verstanden wissen möchten (grün war die traditionelle Farbe des
Propheten Mohammed), sehen andere Quellen diese Farbwahl im Gegenteil als Zeichen des
Respekts und der Dankbarkeit gegenüber der bereits erwähnten Großzügigkeit, die Saladin
den Lazaristen und ihren Anhängern erwiesen hatte. Andererseits soll grün auch die
traditionelle Farbe von Hospitälern gewesen sein.
Nach und nach setzte sich die Millitarisation des Lazarusordens durch. Templer, die in den
Lazarusorden eintraten, erhielten die Kleidung der Lazarusritter, den schwarzen Mantel, den
weißen Skapulier über dem Kettenhemd mit dem grünen Kreuz durften sie weiterhin tragen,
blieben aber auch nach wie vor ihrer eigenen Regeln treu.
Aus einer Regel des Ordenshauses in Seedorf aus dem Jahre 1314 weiß man, daß die Brüder
zu dieser Zeit ein einfaches quadratisches grünes Kreuz trugen. Durch den Bericht über den
Besuch König Karls VI (1419) in Boigny ist bekannt, daß zu dieser Zeit nicht nur die Ordensund
Laienbrüder das grüne Kreuz trugen, sondern auch die Domestiken und Diener des
Ordens. Im 15. Jahrhundert veränderte sich die Form des dann getragenen lateinischen oder
griechischen Kreuzes graduell, indem die Balken des Kreuzes mehr oder weniger stark geteilt
wurden. Nach der Fusion mit dem Johanniter-Orden 1556 nahmen die Lazarener die
Kreuzform der Johanniter an und konnten entweder das weiße oder das grüne Kreuz tragen.
Später wurden die beiden Kreuzfarben dergestalt kombiniert, daß die Lazarener ein weißes
Malteserkreuz mit einer grünen Bordüre trugen (nach anderen Quellen soll dieses grün-weiße
Kreuz allerdings nur der Großmeister getragen haben).


Quellen: Ritter des heiligen Lazarus zu Jerusalem Priorat Deutschland in der Erzdiözese
Freiburg,
Wissenschaftliche Hausarbeit im Fach Geschichte zur wissentschaftlichen
Staatsprüfung für das Amt des Studienrats verfasst von Julia Meier 12203 Berlin am
6. September 1994
Kay Peter Jahnkrift: Leprose als Streiter Gottes

 


Daten zur Ordensgeschichte


1098 schließen sich Kreuzritter der Gemeinschaft der "Spitalbrüder des
hl. Lazarus vor den Mauern Jerusalems" an unter der Leitung von
Bruder Gérard de Martigues und pflegen mit ihnen gemeinsam
Leprakranke.


1120 wird Boyand Roger, der Rektor des Hospitals von Jerusalem, zum
Vorsteher der Spitalsbrüder des hl. Lazarus gewählt.


1135 In England entstand während der Herrschaft Heinrichs II ein
Ordenssitz in Burton Lazars, gegründet von Roger de
Mowbray


1142 Erste Erwähnung des Aussätzigenhospitals des hl. Lazarus in
Jerusalem.
Es liegt im Norden der Stadt vor dem St. Lazarus-Tor.


1144 Errichtung des Konventsgebäudes des hl. Lazarus in Bethanien als
Stiftung von Prinzessin Yvette, der Tochter König Balduins II. von
Jerusalem, durch Königin Melisande.


1154 schenkt König Ludwig VII. von Frankreich den Brüdern des hl.
Lazarus die Besitzung von Boigny in Frankreich.


1159 gewährt König Heinrich II. von England und Herzog der
Normandie, den "Rittern und Brüdern des hl. Lazarus eine große
Stiftung".


1184 wird das Kloster des Lazarusordens in Seedorf in der Schweiz
gegründet.
Der Überlieferung nach ist der von Aussatz befallene König Balduin
IV. von Jerusalem an der Gründung beteiligt.


1187 erobert Sultan Saladin Jerusalem und große Teile des Heiligen
Landes. Der Lazarusorden verliert fast seinen gesamten Besitz in
Jerusalem, sein Kloster, eine Mühle und Grundbesitz in der Nähe
des Ölberges, sowie seine Besitzungen in Nablus Tiberias und
Askalon gehen verloren, nur das Hospital in Jerusalem verschonte
Saladin.
Zahlreiche Lazarusritter kommen bei den Kämpfen ums Leben.


1190 wird auf der Insel San Lazzaro in Venedig ein Hospital des
Lazarusordens für Leprakranke errichtet. Die Kirche wird dem hl.
Leo d.Gr. geweiht.


1191 besiegt König Richard I. Löwenherz von England mit seinem
Kreuzfahrerheer das Heer Sultan Saladins bei Arsuf. Der
Lazarusorden etabliert sich in Akkon, errichtet dort ein Spital, ein
Konventsgebäude und eine Kirche, und übernimmt von den
Templern die souveräne Herrschaft über ein Stadtviertel im
Norden.


1200 Die Aufnahme von Frauen in den Lazarusorden wird gestattet


1213 werden die Augustinerregeln in den Lazarusorden eingeführt


1229 Gründung der Kommende des Lazarusordens in Gotha.


1244 Ritter des Lazarusordens kämpfen in den Schlachten von Gaza
und La Forbie.


1250 Lazarus-Ritter erwerben sich in den furchtbaren Schlachten von
Damiette und Mansurah unsterblichen Ruhm.


1253 hebt Papst Innozenz IV. die Bestimmung auf, wonach der
Großmeister des Lazarusordens selbst ein Aussätziger sein muss.


1254 kehrt König Ludwig IX. von Frankreich von seinem Kreuzzug mit
zahlreichen Rittern des Lazarusordens nach Frankreich zurück.


1255 erkennt Papst Alexander IV. die Augustinerregel im Orden des
Heiligen Lazarus an.


1257 nehmen Lazarusritter ihre Tätigkeit im „Sundersiechenhaus“ zu St.
Lazarus in Wien Erdberg, auf. An dessen Stelle befindet sich die
heutige Ordenskirche „Mariae Geburt“, Rennweg 91.


1262 bestätigt Papst Innozenz IV. die Privilegien des Lazarusordens und
dürfen sich als „ ordo millitae „ bezeichnen.


1265 geht die Stadt Caesarea mit Besitzungen des Lazarusordens für
die Kreuzfahrer verloren. Durch Anordnung Clemens IV. bestand
dann sogar eine kuriale, wonach alle Leprakranken der Aufsicht
des Lazarus-Ordens unterstellt wurden.


1267 weiht Bischof Peter von Passau gemeinsam mit Kardinallegat
Guido die Kirche des Lazaretts zu St. Hiob "am Klagpaum" in Wien.


1288 Der Ordensbesitz in Boigny wird zu einer Baronie erhoben.


1291 Ritter des Lazarusordens sind am Endkampf um den Besitz der
Festung Akkon beteiligt. Nach dem Verlust von Akkon, dem letzten
Stützpunkt der Christen im Heiligen Land, verlässt der
Lazarusorden Palästina und verlegt seinen Sitz zuerst nach
Zypern, dann nach Sizilien und schließlich nach Boigny in
Frankreich.


1308 nimmt König Philipp IV. von Frankreich den Lazarusorden unter
seinen Schutz. Das ununterbrochene Protektorat der französischen
Könige endet erst 1830.


1313 Gründung der Kirche des Lazarusordens in Meiringen (Schweiz).


1429 kämpfen Ritter des Lazarusordens im Heer von Jeanne d’Arc bei
der Schlacht von Orléans


1489 übergibt Papst Innozenz VIII die italienischen Besitzungen des
Lazarusordens in Capua und die Besitzungen des Ordens vom
Heiligen Grab den Johannitern.


1498 versuchte Papst Innozenz VIII. den Orden des Heiligen Lazarus
aufzulösen und dem Johanniter-Orden anzugliedern.


1554 In England und Schottland wurde der Orden aufgelöst, in
Frankreich blieb er jedoch erhalten. Der Lazarus-Orden in Capua
wurde im 16. Jahrhundert mit dem St.-Mauritius-Orden
zusammengelegt, während er in Frankreich mit dem Orden-
Unserer-Lieben-Frau-vom-Berg Carmel fusionierte.
1556 Einführung des achtspitzigen grünen Kreuzes als Zeichen des
Lazarusordens.


1557 Der Lazarusorden wurde fortan vom Großmeister der Johanniter
geleitet (aber nur in Deutschland wurden einige Einrichtungen der
Lazarener von den Johannitern übernommen).


1572 übergibt Papst Gregor XIII. die sizilianischen Besitzungen des
Lazarusordens dem Orden des hl. Mauritius und überträgt dem
Herzog von Savoyen Emmanuel Philibert die erbliche
Meisterwürde. Der vereinigte Orden der Heiligen Mauritius und
Lazarus nimmt von da an eine eigene Entwicklung. Zunächst wird
er zum Schutz der Küste des Kirchenstaates gegen Übergriffe von
Piraten eingesetzt. Später entwickelt sich daraus ein Hausorden der
Dynastie der Herzoge von Savoyen und der Könige von Italien.


1578 Das Generalkapitel des Lazarusordens in Frankreich stimmt der
erweiterten Aufnahmemöglichkeit in den Ritterstand auch für
nichtadelige Bewerber zu.


Quellen: Ritter des heiligen Lazarus zu Jerusalem Priorat Deutschland in der Erzdiözese
Freiburg,
Wissenschaftliche Hausarbeit im Fach Geschichte zur wissentschaftlichen
Staatsprüfung für das Amt des Studienrats verfasst von Julia Meier 12203 Berlin am
6. September 1994
Kay Peter Jahnkrift: Leprose als Streiter Gottes

Mit freundlicher Unterstützung von Herrn Ralf Koch aus Remscheid

 

Lazarusordenshaus  zu Remissgeyd